weitere Beerensträucher im Lehrgarten

Hinter der Sitzbank links und rechts Beetflächen mit verschiedenen Beerensträuchern.

In der Mitte das Spalier - links für Weinstöcke und die "Weiki"  - rechts für Brombeeren und Himbeeren. Dahinter deutlich zu sehen: unsere Elsbeere, links davon die Birnen- und die Apfelquitte.

Foto: Hans Koch  -   Blick vom verbliebenen Grundstück zur ehemaligen Streuobstwiese
Foto: Hans Koch - Blick vom verbliebenen Grundstück zur ehemaligen Streuobstwiese

Auf den Beetflächen stehen Johannisbeer-, Stachelbeer- und Jostasträucher.

Angepflanzt wurden:

Jostabeere - Ribes x nidigrolaria

Die Jostabeere (Jochelbeere) ist als  "Additionsbastard" eine Kreuzung aus Stachelbeeren und schwarzen Johannisbeeren -  und das sind quasi ihre Großeltern: ('Langtraubige Schwarze' x Ribes divaricatum) x ('Silvergieters Schwarze' x 'Grüne Hansa'). Der Züchter war R. Bauer vom Max-Pianck-lnstitut für Züchtungsforschung, Köln.

Vermarktet wird diese Liebhabersorte für den Hausgarten von  Häberli Obst- und Beerenzentrum, Neukirch-Egnach in der Schweiz.  Sortenschutz besteht seit 1982.

 

Die Früchte der Züchtung sind matt schwarz mit einem leichten Flaum. Sie schmecken ähnlich, wie Johannisbeeren, also leicht säuerlich. Ein großer Unterschied zur schwarzen Johannisbeere ist das Fehlen des typischen Dufts, denn die Jochelbeere besitzt keine Öldrüsen.  Der stachellose Strauch kann bis zu zwei Metern hoch werden und hat lange Seitentriebe, weswegen genügen Platz für ihn eingeplant werden muss. Er hat eine mittelhohe Regenerationsfähigkeit. Die Blüte ist früh bis mittel (Mitte April) und damit spätfrostgefährdet . Geerntet wird zwischen Juli und August, wobei die Pflanze mittelhohe bis hohe Erträge bringt. Die Frucht: drei- bis fünfbeerige Trauben mit kurzen Stielen. Die Beeren sind mittel bis groß, schwarz, geruchlos und mittelfest. Sie sind  nicht gut pflückbar, nur Handernte ist möglich. 'Josta' ist eine sehr robust Sorte, die widerstandsfähig gegen mehrere Krankheiten, wie Mehltau, die Blattfallkrankheit und Gallmilben, ist.

 

 

Diese ältere Sorte, die auch im Erwerbsobstanbau weit verbreitet ist, stammt aus den Niederlanden und ist eine Kreuzung aus 'Rote Versailler' und einer nicht benannten, alten niederländischen Sorte.Sie ist seit 1949 im Handel.Die robuste Sorte wächst stark, buschig bis breit, überhängend mit mitteldichtem Pflanzen-aufbau. 'Rondom' hat eine hohe Regenerationsfähigkeit und kräftige dunkel-grüne Blätter. Die Blüte ist mittelfrüh (Mitte April), die Reife mittel bis spät (Ende Juni). Die Beeren sind am Strauch sehr lange haltbar.Der Ertrag ist hoch. Die Früchte hängen an mittellangen Trauben. Die Beeren sind sehr dicht rund um den Stiel besetzt, sie sind mittel bis groß, dunkelrot, glänzend und fest. Sie geben einen hellroten Saft.'Rondom' hat eine sehr geringe Anfälligkeit für Mehltau und die Blattfallkrankheit.

 

 

Weiße Johannisbeere 'Weiße Versailler'  -   Ribus rubrum 'Weiße Versailler'

Diese alte französische Liebhabersorte, deren Elternsorten unbekannt sind, ist seit 1850 im Handel.

 

Ihr Wuchs ist stark, breitbuschig und mitteldicht. Die Blüte ist mittelfrüh (Mitte April); die Reife eher früh bis mittel (Mitte Juni) und der Ertrag ist hoch. Mittellange bis lange Trauben und Stiele und mittelgroße weiße feste Beeren sind ihre Fruchteigenschaften. Die Samen sieht man deutlich durchscheinen.  Sie ist gut pflückbar und hat eine mittelhohe Neigung zur Verrieselung. Der Geschmack ist aromatisch mit einer milden Säure. Die 'Weiße Versailler' ist sehr gering anfällig für Mehltau und gering anfällig für die Blattfallkrankheit.

 


Schwarze Johannisbeere 'Titania' S   -  Ribes nigrum 'Titania'

Diese aus Schweden stammende Kreuzung aus 'Aitajskaja Desertnaja' x ('Consort' x 'Kajaanin Musta') ist eine weitverbreitete Sorte, die sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten ist. Sie ist sowohl für den Erwerbsanbau als auch für den Garten geeignet. Sie verfügt über einen kräftigen Wuchs, ist  breitbuschig und hoch mit einem dichten Pflanzenaufbau und hat lange Seitentriebe. Ihre  Regenerationsfähigkeit  ist mittel bis hoch. Ihre köstlichen Früchte entwickeln sich aus der eher unscheinbaren weiß-gelblichen Blüte, die sich von April bis Mai präsentiert. Die Reife ist dann ungefähr Mitte Juli. Die Beeren am Strauch sind lange haltbar, der Ertrag ist hoch. Ihre Fruchteigen-schaft: mittellange Trauben und Stiele, die Beeren sind groß, glänzend, mittel bis fest, locker sitzend und gut geeignet für die Saftherstellung. 'Titania' ist gut pflückbar und hat eine geringe Neigung zur Verriesellung. Sie begeistert mit einem vorzüglichen Geschmack. Das Verhältnis zwischen geringer Süße und mittlerer Säure ist perfekt ausgeglichen. Sie ist widerstandsfähig gegen Mehltau und Säulenrost und gering anfällig für die Knospengallmilbe.

 

Stachelbeere 'Risulfa'  -  Ribes uva-crispa  'Risulfa'

'Risulfa' ist eine ältere, gelbschalige Frühsorte, die von R. Bauer am Max-Pianck-lnstitut für Züchtungsforschung, Köln gezüchtet wurde - Kreuzung aus Selektion 'Sta 38.58.1' x 'Früheste Gelbe'. Sie ist seit 1970 im Handel und besonders für den Garten geeignet.

 Der Wuchs ist stark, buschig, die Fruchttriebe überhängend, der Pflanzenaufbau mittel bis dicht. 'Risulfa' hat eine starke, einfache Bestachelung und blüht mittelfrüh (Mitte April). Die Reife (Mitte Juni) ist früh bis mittel, der Ertrag ist hoch, aber die Früchte am Strauch nur kurz haltbar. Sie sindmittelgroß, rund bis elliptisch, ihre Fruchtfarbe ist gelb, die Fruchtschale ist mittelfest, gering bereift, mittelstark behaart, dünn und die Adern durchscheinend. Die Beere ist gut pflückbar, hat aber eine mittelstarke Neigung zum Platzen. Der Geschmack ist aromatisch und nur leicht säuerlich.'Risulfa' ist sehr gering bis gering anfällig für Mehltau.

 

Stachelbeere 'Invicta' grün    -   Ribes uva-crispa 'Invicta'

Diese robuste gelbgrüne Sorte stammt aus Kent in Großbritannien und ist eine Kreuzung aus ('Resistenta' x 'Rote Triumph') x 'Keepsake'. Sie ist seit 1980 im Handel.Ihr Wuchs ist mittel bis stark, breitbuschig und überhängend mit einem mitteldichten Pflanzenaufbau. Sie hat eine zwei- bis dreifache Bestachellung. Die Blüte ist mittelfüh (Mitte April), ebenso die Reife (Mitte Juni). Der Ertrag ist hoch, die Früchte sind groß und elliptisch. Die Fruchtfarbe hellgrün bis gelbgrün. Die Fruchtschale ist gering bereift, mittelstark behahrt und dünn. 'Invicta' ist leicht pflückbar und hat eine geringe Neigung zum Platzen. Sie ist aromatisch und hat einen süßen Geschmack mit einer geringen Säure. Hervorzuheben ist auch die geringe Anfälligkeit für Mehltau und die Blattfallkrankheit.

 


Die Fotos stammen von Pixabay, Wikimedia und Hortipedia. Sie sind mit ihrem Ursprung verlinkt.

Einzelheiten zu den Urhebern siehe  -  Bildnachweise  -  (Impressum).

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aus der "beschreibenden Sortenlisten des Bundesamtes für Sortenschutz  (BSA)":

PDF-Datei:   Strauchbeerenost, 2002

Die  "Sortennamen"  sind mit Baumschulen (bzw. deren Shops) verlinkt und sollen weitere Produktinformationen liefern.  Die Auswahl ist zufällig und stellt keine Bewertung unsererseits dar !!!


Vohburg, am 31.03.2018  HPStoll