2015  -  Mehrtagesfahrt  nach  Thüringen

Die verschiedenen Stationen zu Kunst und Kultur - Garten und Natur bieten Abwechslung und versprechen drei interessante, erlebnisreiche Tage, auch wenn

das Wetter hätte etwas besser sein können.

Freitag, 19.06.2015

Um 06:30  Abfahrt am Lehrgarten an der Jahnstraße. Es geht über die Autobahn Nürnberg - Bamberg nach Bad Staffelstein. Wir sehen den Staffelberg und Kloster Banz.

Unser Ziel ist die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. "Gottesgarten am Obermain", so wird die Region genannt, in die Bad Staffelstein eingebettet ist. Ca. 09:30 Uhr werden wir zu einer Führung durch die Basilika erwartet. Sie wurde nach Plänen des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann erbaut, gehört zu den bedeutendsten Barock-/ Rokoko-bauten in Bayern und ist den Vierzehn Nothelfern geweiht.

Im Anschluss an die Führung fahren wir durch das "Coburger Land", das erst am 01.Juli 1920 zu Bayern gekommen ist -  am 14.11.1918 war Carl Eduard aus dem Hause Sachsen-Coburg- Gotha als Herzog zurückgetreten und die Bevölkerung hatte 1919 in der ersten freien Volks-abstimmung in Deutschland mit über 88 Prozent der Wählerstimmen gegen den Zusammen-schluss des Freistaates Coburg mit dem Freistaat Thüringen votiert.  Eine Entscheidung, für die jeder Coburger 1945 dankbar gewesen sein dürfte; man war zwar Zonenrandgebiet, aber man war wenigstens "amerikanische besetzte Zone", während sich die Bevölkerung im südlichen Teil des Thüringer Waldes, nur wenige Kilometer entfernt, völlig neu orientieren musste.

Aber das war eine andere Zeit und heute erreicht man Thüringen wieder ohne Probleme, unser Reiseziel, das wir auf mehreren Stationen erkunden wollen.

Vorbei an Eisfeld, Suhl und Zella-Mehlis geht es hoch zum Rennsteig nach Oberhof.

Der Rennsteiggarten erwartet uns. Aber zunächst ist einmal Kaffeepause angesagt. Anschließend entdecken wir im größten und artenreichsten Alpingarten Deutschlands die fazinierende Welt des Hochgebirges hautnah. Nach gut zwei Stunden Aufenthalt fahren wir

von Oberhof zunächst Richtung Gotha und biegen dann ab (L 1046)  ins "Jonastal" um über Arnstadt zur Autobahn A 4 - Erfurt - Dresden zu gelangen und weiterzufahren zu unserem Hotel, dem ParkInn by Radison, in Weimar.

Vierzehnheilien - Basilika im Gottesgarten am Obermain
Basilika Vierzehnheiligen, Ansicht von Südwesten - Foto: Michael KR, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Prächtig geschmückter Altar der Basilika Vierzehnheiliegn
Vierzehnheiligen - Altarraum-Panorama - Foto: Erwin Meier, Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Die Basilika erstrahlt in neuem Glanz.
Vierzehnheiligen, Innenraum-Panorama Foto: Erwin Meier - Eigenes Werk - CC BY-SA 3.0
Das Tor auf der westlichen Seite der Basilika
Das westliche Hauptportal, Foto Erwin Meier - CC BY-SA 3.0
Altar in Vierzehnheiligen
Basilika Vierzehnheiligen - Foto bereitgestellt von "591360" über pixabay

Vierzehnheiligen hat eine verdammt gute Orgel
Die Orgel der Basilika Vierzehnheiligen - Foto: 1145549 bereitgestellt von "591360" über pixabay
Der Gnadenaltar von Vierzehnheilien
Der Gnadenaltar - Basilika Vierzehnheiligen - Foto: von Mattana (2009), eigenes Werk, Gemeinfrei

Ein "R" markiert den Wanderweg
Hinweisschild Weitwanderweg Rennsteig
Links Fußgängerbrücke Wanderweg Rennsteig
Rondell vor Oberhof - von hier aus Weg zum Rennsteiggarten

Der Rennsteig ist ein ca. 170 km langer Kammweg sowie ein historischer Grenzweg im Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald. Er ist der älteste und mit etwa 100.000 Wanderern jährlich der meistbegangene Weitwanderweg Deutschlands. Der Rennsteiggarten Oberhof zeigt auf einer Fläche von sieben Hektar fast 4.000 verschiedene Pflanzenarten aus den Gebirgen Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas, Neuseelands und aus der arktischen Region.

Auf der Höhe des Rennsteigs, rechts von der Bundesstraße liegt der Rennsteiggarten Oberhof.
Rennsteiggarten Oberhof - Von Christoph Radtke - Eigenes Werk - CC BY 3.0
Gebirgsflora im Mittelgebirge - Schaugrten bei Oberhof
Schauanlage Rennsteiggarten Oberhof - Botanischer Garten für Gebirgsflora - Am Pfanntalskopf 3

Samstag, 21.06.2015

Nach einem ausgedehnten Frühstück fahren wir nach Erfurt.  Der Vormittag gehört der Altstadt, die sich auf das trationelle "Krämerbrückenfest" vorbereitet. Während der Führung erleben wir das monumentale Ensemble von Dom (mit der über 500 Jahre alten weltbe-rühmeten und klangvollen Glocke "Gloriosa") und Severikirche. Wir sehen die reichen Patrizier- und reizvollen Fachwerkhäuser. All diese wunderbaren Bauten machen das über 1270 Jahre alte Erfurt, das "thüringische Rom" zu einem Bilderbuch der deutschen Geschichte.

Und wir erfahren etwas über "Färberwaid" und wie Erfurt zur "Blumenstadt" wurde     -  

1901 beschreibt der Reiseschriftsteller Karl Emil Franzos Erfurt als eine Insel in einem "Meer von berauschend duftenden, in allen Farben leuchtenden Blüten: Rosen und Veilchen, Reseden, Levkojen, Tulpen und Balsamienen".

und wir erfahren, was Erfurt mit "Fleurop" zu tun hat.

N.L.Chrestensen, eine 1867 von dem dänischen Gärtenergehilfen Niels Lund Chrestensen gegründete Samen- und Pflanzenzucht, war 1908 Mitbegründer von Fleurop. Die Firma  hat sich zu einem der führten Unternehmen der Blumenzucht entwickelt und auf der Weltaus-stellung 1893 in Chicago die "Große Columbus Medaille" erhalten. 1896 eröffnete die Firma ein Verkaufsbüro in London. 1977 erfolgte die Verstaatlichung unter dem Namen VEB Erfurter Blumensamen. Das Unternehmen wurde 1990 reprivatisiert, hat heute etwa 120 Mitarbeiter und vertreibt weltweit über 1.000 verschiedene Pflanzenarten und -sorten, darunter mehr als 200 eigene Züchtungen.

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Nach dem 2. Weltkrieg liegt jedoch alles am Boden - Erfurt, die Blumenstadt braucht einen Neuanfang. Mit der 1950 veranstalteten Gartenschau "Erfurt blüht" und der Gartenbau-ausstellung von 1955 versucht man wieder Tritt zu fassen. 1958 wurde die IGA - Internationale Gartenbau Ausstellung Erfurt gegründet, die von 1961 bis 1990 wechselnde Expositionen präsentierte. Seit 2006 wird das Gelände als EGA Park Erfurt betrieben.

Nach einer Mittagspause zur freien Verfügung war dieser Gartenpark das nächste Ziel bei unserem  Thüringenbesuch. Das 36 ha große Areal steht unter Denkmalschutz.

Neben einem Rosengarten und einem Japanischen Garten gibt es zahlreiche Themenhäuser, wie das Tropenhaus, das Schmetterlingshaus, das Kakteen- und das Orchideenhaus.

Man findet aber auch Zeit zum Relaxen und Geniesen, zum Kaffeetrinken und man kann die "Seele baumeln lassen" oder sich einfach seines Lebens erfreuen.

Nach vier Stunden Aufenthalt im egapark verlassen wir Erfurt und fahren zurück nach Weimar. Nach dem Abendessen erwartet uns ein gemütlicher Abend an der Bar.


Auch der Dom und die Severikirche waren Teil unseres Besuchprogramms in Erfurt
Erfurt, Dom und Severikirche - Public Domain CCO - bei pixabay Erfurt-905501 - bereitgestellt von "Inselopa"
Die Staatskanzlei in Erfurt - ein prunkvoller Bau mit viel Geschichte
Erfurt, Staatskanzlei - Public Domain CCO - bei pixabay Erfurt-1217285 - bereitgestellt von "Roland333"
Die Krämerbrücke in Erfurt - auch Schauplatz des Krämerbrückenfests
Erfurt, Krämerbrücke - Public Domain CCO - bei pixapay home-1847903 - bereitgestellt von "3816258"
Blick über die Dächer der Krämerbrückenbebauung Richtung Altstadt
Krämerbrücke von der Ägidienkirche aus gesehen - Foto: Harald Hoyer - CC BY-SA 2.0
Rechts und links von Häusern gesäumt der Fußweg der Krämerbrücke in Erfurt
Krämerbrücke von innen - Von Michael Sander - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Die Krämerbrücke ist das älteste profane Bauwerk Erfurts. Die Fußgängerbrücke mit der beidseitigen geschlossenen Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern überspannt die Gera und verbindet den Altstadtkern mit der östlichen Altstadterweiterung.


Blühende Strauchrosen am Weg durch den Rosengarten
Egapark Erfurt, Parkimpressionen
In Form geschnittene Bäume, dazwischen Granitsteine und "Begleitgrün"
Egapark Erfurt, Japangarten
Bäume - Sträucher - Steine und Wasser harmonisch vereint
Egapark Erfurt, Parkimpressionen
Springbrunnen in der Wasserachse im Egapark, links im Hintergrund ein Turm
Egapark, Erfurt an der Wasserachse
Außer den Tropenpflanzen ist auch eine kleine Echse im Bild zu sehen.
Egapark Erfurt, Tropenhaus
Kakteenhaus im Egapark
Egapark Erfurt, Kakteenhaus - Von Grimba-Photo - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Sonntag, 21.06.2015

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir ins Thüringische Schiefergebirge, das "Land des blauen Goldes". Während die Schieferbrüche langsam von der Natur zurückerobert werden, sind die Städte und Dörfer mit ihren blau-schwarzen Schieferdächern und-fassaden immer noch ein prägendes Element dieser Mittelgebirgslandschaft (und für viele aus Oberbayern etwas befremdlich).  Wir sind auf dem Weg zu seinem schönsten Geotop: den Feengrotten.

Die Feengrotten sind ein ehemaliges Bergwerk im thüringischen Saalfeld. Berühmt sind sie vor allem für ihre farbigen Tropfsteine. Im Guiness-Buch der Rekorde ist das Alaunschiefer- bergwerk "Jeremias Glück" als die "farbenreichste Schaugrotte der Welt" verzeichnet.

In den Feengrotten wurden über 45 Minerale als sicher nachgewiesen.

Im Jahr 1910  wurde der Stollen des fast vergessenen Bergwerks wiederendeckt. Das mineral-haltige Tropf- und Quellwasser hatte in weniger als 300 Jahren eine faszinierende Tropf-steinwelt geschaffen. Am 31. Mai 1914 wurden die Saalfelder Feengrotten eröffnet und für den Besuch freigegeben. Und heute um 09:30 Uhr hatten wir unseren Termin.

In den Feengrotten bei Saalfeld - Von Hajotthu - aus der deutschsprachigen Wikipedia - CC BY-SA 3.0
In den Feengrotten bei Saalfeld - Von Hajotthu - aus der deutschsprachigen Wikipedia - CC BY-SA 3.0
Saalfelder Feengrotte, Der Märchendom
Saalfelder Feengrotte, Der Märchendom
Versteinerte Eichenwurzel - Von Boa99, CC BY-SA 2.0 de
Versteinerte Eichenwurzel - Von Boa99, CC BY-SA 2.0 de
"Der lange Gang"  Von JoMa - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
"Der lange Gang" Von JoMa - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Unser Gruppenfoto - vor dem Einstieg in das ehemalige Alaunschieferbergwerk bei Saalfeld.
Unser Gruppenfoto - vor dem Einstieg in das ehemalige Alaunschieferbergwerk bei Saalfeld.

Nach dem Besuch der Feengrotten ging es weiter durch das westliche Schiefergebirge auf der Bundesstraße B 281 nach Lauscha, dem Geburtsort der Christbaumkugeln - unser Ziel: die "Neue Glashütte/Glaszentrum Lauscha". Hier haben wir erst einmal die Möglickeit zum Mittagessen, können uns anschließend das Glasblasen anschauen und erklären lassen und, für unsere Frauen ganz wichtig, durch die Verkaufs- und Ausstellungsräume schlendern, schauen und wieder schauen und schließlich etwas einkaufen.

Ein Besuch im Glasmuseum Lauscha wäre auch lohnenswert gewesen, aber aus Zeitgründen mussten wir leider darauf verzichten. Wer aber gerne mehr Glases aus Thüringen erfahren möchte >>>>  in der Homepage des Glasmuseums ist es bestens beschrieben.

Blick über Lauscha - im Tal der Ort mit seinen Schieferhäusern
Lauscha, Schieferbeschlagene und Schiefergedeckte Häuser - Foto: von Hajotthu - CC BY-SA 3.0
Ehemalige Dorfmühle in Lauscha - Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de, CC BY-SA 3.0 de
Ehemalige Dorfmühle in Lauscha - Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de, CC BY-SA 3.0 de
Zwei Glasbläser bei der Arbeit
Studioglasbläserei - Neue Glashütte, Lauscha
Glasbläser bei der Arbeit, Neue Glashütte, Lauscha
Glasbläser bei der Arbeit, Neue Glashütte, Lauscha


Ca. 16.:30 Uhr hieß es dann: "Alles einsteigen, es geht weiter." 

Nach ungefähr 30 km sind wir wieder in Bayern und fahren durch den Frankenwald über Kronach und Kulmbach zur Autobahn A 9,  auf der es Richtung Nürnberg weitergeht. Zu einem letzten "Einkehrschwung" verlassen wir in Allersberg  die Autobahn und fahren zum Landgasthof Goldenes Lamm. Gegen 21:00 Uhr sind alle wieder glücklich Zuhause und können auf drei schöne Tage in angenehmer Gesellschaft zurückblicken.


Für alle, die es interessiert, folgen hier weitere Informationen zu verschiedenen Themen: